Für alle Geräte gibt es die Manuals - und falls vom Hersteller geliefert - auch Serviceanleitungen und Ersatzteillisten. Viele davon wurden von mir extra beschafft. Auch eine umfangreiche Serviceliteratursammlung ist vorhanden. Für den Motor sind Reparaturanleitungen, Ersatzteillisten und Literatur an Bord. Selbstverfasste Kurzanleitungen in Ringbuchform für alle Systeme für den schnellen Zugriff liegen auch vor.
Die Elektroinstallation ist komplett dokumentiert. Auch die Bau-, Rigg- und Segelpläne sind
vorhanden. Alle Handbücher, Dokumentationen und Literatur zusammen umfassen 6
Aktenordner!
MANA ist
eine ausgereifte Yacht. Wie bei allen neuen Yachten war erst durch intensive
Nutzung die Optimierung aller Systeme möglich. Während unserer Reise haben wir
keine Aufwendungen zur Verbesserung und Modernisierung gescheut. Zahlreiche
Teile wurden während der Reise erneuert (oft nur, weil das vorhandene nicht
optimal war). In den ersten beiden Jahre erfolgten viele Reparaturen und
Umbauten. Je länger die Reise dauerte, desto optimaler wurde die Yacht und die
Reparaturen beschränkten sich weitgehend auf Verschleiß und Wartungsarbeiten.
Viele Teile sind deshalb nicht 10 Jahre alt sondern wesentlich jünger bzw. ganz
neu (nach Reiseende ausgewechselt). Wertung und
Hinweise:
Das Unterwasserschiff und das Cockpit wurde 1997 in einer Großschiffwerft gesandstrahlt. Im Unterwasserbereich erfolgte ein kompletter 2-komponentiger Rostschutz- und Wasserbarriereaufbau (7 Lagen plus Antifouling). Der Rumpf und das Deck (Fugen des Treatmaster-Belages) wurden auch saniert und neu gestrichen. Das Cockpit wurde inklusive Decklack 2-komponentig gestrichen. Renovierung nach Rückkehr siehe unten!
MANA ist kein Leichtgewicht. Sie eine gutmütige und sehr sichere Yacht, grundsolide gebaut. Voll beladen (z.B. bei Abfahrt in Panama mit 30 Paletten Bier, 200 Flaschen Wein, etliche Kilo Lebensmittel, 1100 Liter Diesel, 700 Liter Wasser usw.) wiegt die Yacht fast 17 t. Zum Gewicht trägt auch der grundsolide Innenausbau (alles überdimensioniert), die schweren Anker und der große Kettenvorrat (auch im Sturm keine schlaflosen Ankerwache-Nächte), die dicker als konstruktiv vorgesehenen Stahlplatten im Kiel- Bug- und Unterwasserbereich, das Kollisionsschott und das überdimensionierte Rigg (aber aus Sicherheitsgründen leicht untertakelt) bei.
MANA ist trotz des Gewichts eine flotte Segelyacht, die viel Wind verträgt. Erst bei 25 Knoten Wind denken wir gegenan ans Reffen der Baumfock und des Groß. Bei Leichtwind kommt MANA mit dem Blister (ab 6 Knoten Wind) oder der Genua (ab 10 Knoten Wind) bei Windeinfall ab 75-80 Grad gut voran. Richtig schnell (bis 8 Knoten und mehr) wird MANA ab 15-20 Knoten Halb- oder Raumwind.
Bestes Etmal war 178 Seemeilen. Bei Vorwindkursen betrugen die Etmal im Durchschnitt 138 Seemeilen, oft nur mit Genua oder bei Leichtwind mit Blister gesegelt.
Wir haben Hunderte Bücher und über 350 Musik-CD’s (in Spezial-Plastikhüllen) an Bord. Herr Reinke hätte das Schutzdach über dem Steuerstand lieber als leichtes Stoffdach gesehen. Wir sind durch das massive Dach auch bei schwerstem Wetter geschützt und brauchen uns keine Sorgen machen, ob das Stoffdach auch noch die nächste Welle oder/und Sturmbö aushält. Wir haben Stürme von mehr als 50 Knoten (10 Bft) erlebt und MANA, unser Autopilot und Motor hatte damit nie Probleme.
Mit 1100
Liter im Tank, einem zuverlässigem Motor und einem Durchschnittsverbrauch von 3
Liter/Stunde (bei 2000 U/min mit dem damals eingebauten OM 615) haben wir einen Aktionsradius
von über 1500 Seemeilen.
Die Hölzer in
den Kabinen wurden neu gestrichen, die meisten Möbelbeschläge wurden
ausgetauscht, alles ist wieder fast wie neu. Auch die Technik wurde generalüberholt
(z.B. Softwareupdate für GPS). Alle Systeme sind voll funktionsfähig.
Der Magnetron des Radars (Verschleißteil mit ca. 1500 Betriebsstunden) wurde
1998 erneuert.
Wenn es gegenan schwierig oder zu langsam war, nutzten
wir zusätzlich den Motor und konnten dann bis 20 Grad an den Wind gehen. Die
Geschwindigkeit ging dann schnell auf 6-7 Knoten und die Strecke wurde wegen
des spitzeren Winkels viel kürzer. Auch bei Leichtwind, wenn es uns zu langsam
war, nutzten wir die Motorunterstützung bei jedem Windeinfall. Flautenzonen
durchquerten wir schnell unter Motor und dümpelten nicht tagelang in der
Dünung. Der zuverlässige Motor und der große Dieselvorrat sind ein großes Sicherheitsplus. Je schneller man von A nach B kommt, desto
geringer ist die Chance einer Wetterverschlechterung. Viele Segler
scheuen sich die Motornutzung zuzugeben. Je nach Tankinhalt,
Motorzuverlässigkeit und Geldbeutel machen es aber alle Fahrtensegler wie wir.
Außerhalb Europas ist Diesel billig, und das große Tankvolumen erlaubt es an
den billigsten Plätzen einen maximalen Vorrat zu bunkern.
Nach unserer Rückkehr von der Weltumseglung haben wir MANA mehrfach
einer gründlichen Renovierung unterzogen.
Dez. 1999 bis Januar 2000 Innenbereich:
Auch die
Weiter wurde ein neuer Heißwasserboiler für Motor- und
220V-Anschluss (Thermobehälter aus Glaskeramik!, also künftig kein
Durchrosten mehr) eingebaut.
Cockpit neu gestrichen und am Deck die Treatmaster-Fugen und Bereiche ohne Belag gestrichen. Neuer Antifoulinganstrich und Überwasserrumpf neu gestrichen. Bei der Gelegenheit, wo die Yacht am Land war, wurden alle Anoden ausgewechselt, das Wellenlager erneuert, ein neuer Geber für den Probe eingebaut und alles gründlich inspiziert. Ferner wurden die Wassertanks gereinigt, alle Edelstahlteile poliert und diverse Wartungsarbeiten durchgeführt.
Die Elektrik ist in einem erstklassigem Zustand. Die Bordbatterien (Sonnenschein) zeigen eine Charakteristik, die sie als noch neuwertig erscheinen lassen. Diese Batterien wurden nie unter 12,2 Volt entladen. Wenn wir zur MANA kommen (zuletzt im September 2000) brauchen wir die ersten drei Tage keinen Landanschluss!
Das Baumfocksegel sollte ersetzt werden, es hat zu sehr im Roten Meer gelitten. Eine Reparatur wäre zwar möglich, wir würden aber ein neues Segel vorziehen. Wir haben den Austausch nicht vorgenommen, damit der neue Eigner entscheiden kann, welches System er verwenden will (z.B. Roll-Baumfock).
Alle
übrigen Segel und die Furlexanlage sind in Ordnung.
Die leicht
getönten Kunstglasfenster (10 mm) des Salons zeigen nach 10 Jahren an einigen
Stellen UV-Schäden (siehe wie kleine Oberflächenkratzer aus), ebenso die
Lewmar-Luken. Strukturell ist dies kein Schaden und völlig normal nach so vielen
Jahren Tropensonne.
Die
Ankerwinsch bekam 1998 einen neuen Motor und sollte bei entsprechender Wartung
noch lange halten.
Alle
Seile, Fallen und Schoten sind in sehr gutem Zustand, ebenso die Blöcke.
Ersatzmaterial ist an Bord. Die Anderson-Winschen sehen wie neu aus, wurden
regelmäßig gewartet und sind OK. Alle Instrumente, Funkanlagen, Autopilot
usw. funktionieren und sollten wegen ihrer Qualität noch lange halten.
Keinerlei
Reparaturbedarf gibt es an den Einbauten im Schiff. Auch Kühlschrank, Herd und
Watermaker (Grundrevision ist erfolgt, Magnetventil neu) sind technisch und optisch in sehr gutem Zustand.
Im Mai 2004 neuer Motor und Antriebsanlage
OM 601, neue Welle, neue Wellenbuchse, neue Kupplung, neuer PropellerUnfälle, Schäden:
MANA hatte
keine Unfälle. Eine Grundberührung gleich am Anfang der Reise 1994 führte zu
einer kleinen Delle vorne an der Spitze des rechten Kiels. Bei der ersten Fahrt
1989 rammten wir eine Tonne, was eine kleine Delle am Rumpf hinterließ, die man
allerdings nur sieht, wenn man es weiß. Aus beiden Dellen entstehen keine
Nachteile, eine Reparatur ist nicht notwendig. Weitere strukturelle Schäden
gibt es nicht bzw. sind mir nicht bekannt.